30.07.2020

Fechten: Hoffnungs- und Leistungsträgerin

Wenn Nina Ullrich erzählt, was sie in ihrer Freizeit macht, blickt sie meist in überraschte Gesichter: „Die meisten sagen mir, dass ich die erste Fechterin bin, die sie kennen.“

Stören würden sie die überraschten Gesichter aber ganz und gar nicht. Denn Nina gehört mit ihren 16 Jahren zu den besten Nachwuchsfechterinnen bei der Eintracht und reist für ihre Leidenschaft an den Wochenenden durch ganz Europa.

Das erste Mal die Maske aufgesetzt, die Waffe in die Hand genommen und sich auf die Fechtbahn gewagt hat Nina im Jahr 2014 – zunächst aus Langeweile. Denn wenn ihre Schwester Clara beim Fechttraining war, hieß das für die damals Zehnjährige: Warten und Zuschauen. „Irgendwann dachte ich mir, ich versuche es jetzt auch einfach mal“, erinnert sich Nina und wechselte von der Rolle der Zuschauerin in die der Sportlerin. Zurücktauschen wollte sie seitdem nicht mehr. Damals lebte Nina mit ihrer Familie in Frankreich, dem Heimatland ihrer Mutter, vor fünf Jahren zog es die Ullrichs dann nach Frankfurt. Hier begann Nina zunächst beim Universitätsfechtclub Frankfurt zu trainieren, nach dessen Auflösung 2016 wechselte sie mit ihrer Schwester zur Fechtabteilung der Eintracht.

Zwischen Sport und Schule

Aktuell geht Nina in die zehnte Klasse der französischen Schule in Frankfurt. Dort hat sie in der Regel bis 18 Uhr Unterricht, danach geht es für die 16-Jährige meist sofort zum Training. „Ich trainiere drei- bis viermal pro Woche“, erklärt sie. Zusammen mit Schule und Hausaufgaben sei das zwar ab und zu etwas anstrengend, für ihren Lieblingssport nehme sie den Zeitaufwand aber gerne in Kauf. „Fechten bedeutet für mich einfach Spaß haben und viele neue Freunde kennenlernen“, sagt sie. Gerade das Gefühl, bei Turnieren dabei zu sein, sei etwas ganz Besonderes. „Das ist ein Gefühl, das man sonst nirgendwo hat“, beschreibt sie. Tatsächlich ist Nina fast jedes Wochenende unterwegs, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch bei Turnieren in Frankreich, wo sie immer noch bei einem Fechtclub angemeldet ist. Ein absolutes Highlight sei für sie die Teilnahme an der französischen U15-Meisterschaft 2019 gewesen, bei der sie im Einzelwettbewerb den dritten Platz belegte. Trotzdem entschied sich die Deutsch-Französin, in der aktuellen Saison bei internationalen Turnieren für Deutschland anzutreten – und eben nicht für Frankreich. Neben den unterschiedlichen Systemen der Vereine und Verbände in beiden Ländern war der zusätzliche Zeitaufwand, der eine Teilnahme für Frankreich bedeutet hätte, ein Grund für die Entscheidung. „Die Konkurrenz in Frankreich ist nochmal um einiges größer als in Deutschland“, fügt Nina hinzu. Auch um sich besser entwickeln zu können und bessere Chancen auf die Teilnahme bei Turnieren zu haben, habe sie sich für Deutschland entschieden.

Denn für die kommenden Jahre hat sich Nina noch große Ziele gesteckt. Momentan belegt sie in der deutschen Nominierungs-Rangliste der U17-Fechterinnen den 13. Platz. Damit hat sie die Möglichkeit, an europäischen Turnieren teilzunehmen. „Mein Traum ist es aber, nächstes Jahr die Teilnahme an der Europa- und der Weltmeisterschaft zu schaffen“, sagt Nina. Dafür werden nur die ersten vier bzw. drei Fechterinnen der Rangliste nominiert. Ihr größter Traum sei außerdem, so Nina, einmal bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft besitzt die Adlerträgerin allemal.

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