24.04.2021

Auf den Spuren von Jack Sparrow

Die große Leidenschaft von Joanna Hesdahl ist das Fechten. Seit sie 14 Jahre alt ist hat sie die den Degen in der Hand und seit 2016 macht sie dies mit dem Adler auf der Brust.

Angefangen mit dem Fecht-Sport hat Joanna beim Universitäts-Fecht-Club (UFC) in Frankfurt. Nachdem die Räumlichkeiten in der Universität anderweitig genutzt wurden, ist der Club 2016 geschlossen eine neue Abteilung bei der Eintracht geworden. Somit kann seit den 70 Jahren auch erstmals wieder Fechten bei der Eintracht angeboten werden. „Der Einzug in die Eintracht-Familie hat uns nur Vorteile gebracht“, berichtet Joanna und ergänzt „Wir haben mehr Aufmerksamkeit erhalten, sind an Mitgliedern gewachsen und die Wolfgang Steubing Halle am Riederwald ist einfach super für das Training.“ Und das Training macht sich bezahlt. 2018 wurde die Adlerträgerin Hessenmeisterin, 2019 holte sie Bronze beim Ranglistenturnier in Leverkusen und wurde Hochschulmeisterin. Eine Zeit lang war Joanna auch Jugendleiterin, aufgrund des Studiums kann sie dies jedoch nicht weiter ausüben. Dennoch gibt sie noch ein bis zweimal die Woche Kindertraining und ist die Kraft- sowie Ausdauertrainerin der Fechter. Aufgrund der Corona-Pandemie können die Fechter aktuell nicht in die Halle und somit hält sie einmal die Woche eine Online-Trainingseinheit aus dem heimischen Wohnzimmer ab.

Als Kind hat Joanna sich in allen möglichen Sportarten getestet. Turnen, Fußball, Turmspringen, Reiten, Kung-Fu, alles hat sie schon ausprobiert. „Der Kampfsport hat mir aber immer am besten gefallen“, lautet ihr Resümee als „Testerin“. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr das Fechten auf Anhieb zugesagt hat. Aber wie kommt man eigentlich zum Fechten? Bei Joanna spielen da drei Namen und eine der bekanntesten Filmmelodien eine entscheidende Rolle. Elizabeth Swan, Will Turner und Captain Jack Sparrow. Die Rede ist von Fluch der Karibik. Als Joana den Film das erste Mal sah, war sie gerade 14 Jahre alt und fasziniert von den Säbelkämpfen der Piraten. „Ich erinnere mich noch gut an die Kampfszene auf dem Dachbalken im ersten Teil. Ich fand das so cool, dass ich es selbst ausprobieren wollte.“ Gesagt, getan. Es ist zwar nicht der Säbel geworden und sie kämpft auch nicht gegen die Seeräuber der Meere, aber das Fechten ist ihre große Leidenschaft, die sie bis heute begleitet.

Auch als Kampfrichterin aktiv

Leider blieb die 24-Jährige aber nicht von Verletzungen verschont. Im Alter von 16 Jahren machte das Sprunggelenk vermehrt Probleme, sodass sie eine Zeit lang nicht mehr trainieren, geschweige denn an Wettkämpfen antreten konnte. Ohne das Fechten geht es bei ihr aber nicht, denn sie liebt diesen Sport und es macht ihr einfach Spaß in dieser „super Community“ ihren Platz gefunden zu haben, wie sie uns berichtet. „Ich habe einfach beschlossen eine Kampfrichterausbildung zu machen und an den Wochenenden so dabei zu sein“, erzählt Joanna und fügt mit einem Zwinkern noch hinzu, dass es auch ein ganz netter Nebenverdienst ist. Somit ist die Eintrachtlerin seit 2012 auch als Kampfrichterin auf den Wettkämpfen unterwegs. Bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften als Kampfrichterin, musste sie sogar fast zur schwarzen Karte greifen, konnte es aber dann doch noch mit Worten regeln. Mit ihrer CN-Lizenz kann sie Deutschland weit agieren sowie auf Qualifikations-Turnieren im Ausland, die für Deutschland gelten.

Das Kampfrichtersein spiegelt sich auch in ihrem weiteren Leben wieder. An der Goethe Universität in Frankfurt studiert sie Jura. Obwohl ihr Vater, der Anwalt ist, immer davon abgeraten hat, hat sie es trotzdem angefangen. „Mein Vater war zwar alles andere als begeistert, aus Trotz habe ich es dann erst recht gemacht“, gibt sie lachend zu. Wohin der Weg sie als Juristin führen wird, weiß sie noch nicht genau. „Es gibt viele interessante Bereiche, da möchte ich mich jetzt noch nicht festlegen.“ Wo sie sich aber auf jeden Fall sicher ist, ist ihr Weg beim Fechten. Das Vereinsgefühl und der Zusammenhalt, obwohl man viel als Einzelkämpferin unterwegs ist, macht es für sie so wichtig. „Ich liebe das Fechten einfach.“ Dank Captain Jack Sparrow hat sie diese Leidenschaft entdeckt. Sie freut sich schon jetzt darauf, wenn es wieder heißt: „En garde!“

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